
Entschieden die schwierigste Art des Schwimmens, wenn wir vom Kampf mit einem Ertrinkenden absehen, ist das wehrsportliche Schwimmen. Denn hier kommen neben der die Bewegungen hemmenden engen Bekleidung die Marschschuhe und der Stahlhelm sowie die Bewaffnung hinzu (Gewehr, Bajonett, Patronen usw.). Da die schweren Marschschuhe eine flache, das Fortkommen im Wasser begünstigende Lage verhindern, fällt den Armen vermehrte Arbeit für den Trieb zu, und ausserdem haben wir den Auftrieb im Moment der Atmung zu erhöhen, um diese zu begünstigen, ja, bei schwerer Bepackung überhaupt zu ermöglichen. Damit erfüllt die richtige Atmung eine wichtige Aufgabe; mit vollen Lungen erträgt " der Körper die Lasten besser, weshalb beim wehrsportlichen Schwimmen die gute Beherrschung der Technik des Gleichschlagschwimmens eine eminent wichtige Rolle spielt.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert auch das Springen in das Wasser. Dort, wo die Tiefe des Wassers unbekannt ist, empfiehlt sich ein Fusssprung, wenn nötig sogar ein «Paketsprung», das heisst ein solcher mit angezogenen Beinen. Damit der Helm beim Aufschlagen auf das Wasser nicht verloren geht - der nach aussen sich verbreiternde Rand wirkt als Fläche - empfiehlt es sich, neben dem Anziehen des Sturmbandes die eine Hand fest auf den Helm-«Gupf» zu pressen, wenn das Eintauchen erfolgt.
Wesentliche Voraussetzung für einen guten Schwimmer im Wehrkleid ist die vollkommene Beherrschung des gesamten zivilsportlichen Schwimmens, inklusive Tauchen und Springen, denn nur dann besitzt der Wehrmann das nötige Vertrauen zum Wasser, das ihn dann auch unter schwierigen Verhältnissen, wie sie das wehrsportliche Schwimmen schafft, nicht verlässt.
Quelle: Von Fred Jent, langjähriger Präsident des SSCHV, Ausschnitt aus dem Buch "Stadion Schweiz –Turnen, Sport und Spiel" erschienen 1945 im Verlag M.S. Metz in Zürich