
Tennis ist wie Badminton, Squash, Tischtennis sowie z.B. Volley- oder Prellball ein Rückschlagspiel. Ein Ball wird mit der Hand, der Faust oder mit einem Schläger von zwei oder mehreren Mitspielern abwechselnd geschlagen.
Erich Kästner hat sich ein paar Gedanken zu diesem Spiel gemacht.
"Tennis ist ein Duell auf Distanz, noch dazu das einzige Beispiel dieser Spezies. Insofern gleicht es, auf anderer Ebene, der Forderung auf Pistolen.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass man sich nicht abmüht, dahin zu schiessen, wo der Gegner steht, sondern möglichst dahin, wo er nicht steht. Ausserdem, doch das zählt nur als Folge, ist Tennis ein höchst bewegliches Duell. Da der beste Schuss jener ist, der am weitesten danebentrifft, und da der Gegner mit der gleichen Kugel und derselben Absicht zurückschiesst, lautetder wichtigste Tennislehrsatz: Laufen können ist die Hauptsache.
Wer die unermüdliche Fähigkeit besitzt, rechtzeitig und in der richtigen Stellung am Ball zu sein, wird auch den schlagstärksten Gegner am Ende besiegen.
Die Skiläufer kämpfen gegen die Uhr. Die Schwimmer kämpfen nebeneinander. Die Stabhochkämpfer kämpfen nacheinander. Beim Fussball kämpft man in Rudeln. Die Boxer kämpfen Fuss bei Fuss.
Nur die Tennisspieler duellieren sich auf Distanz. Und als einzige ohne zeitliche Regelgrenze! Und bis zur letzten Minute bleibt ungewiss, wer Sieger sein wird.
Die entscheidenden Eigenschaften für ein solches Duell sind Kraft, Diplomatie, Konzentration, Schnelligkeit, Ökonomie, Präzision, Ahnungsvermögen, Witz, Ruhe, Selbstbeherrschung und Verstand. Und wer die eine oderandere Fähigkeit nicht besitzt, muss trachten, sie durch die zuletzt genannte, den Verstand, zu ersetzen."