
Persönlicher Bezug zur Goldküste
Seit wann leben Sie schon in Jona?
Seit 1973
Wenn Sie nicht in Jona geboren sind, was hat Sie in diese Gegend gebracht?
Ich habe im Restaurant Bahnhofbuffet in Rapperswil einen Job gekriegt und bin deshalb nach Jona gezogen.
Das rechte Zürichsee Ufer ist auch als Goldküste bekannt. Seit wann existiert für Sie dieser Begriff?
Meines Wissens ist dieser Begriff nach dem 2. Weltkrieg entstanden.
Woher stammt diese Bezeichnung und weshalb hat man gerade das rechte Zürichsee Ufer Goldküste bezeichnet?
Diese Seite hat im Durchschnitt mehr Sonne als die gegenüberliegende Küste. Und selbstverständlich ist der Wein aus dieser Region bekannt.
Welches sind die attraktivsten Plätze für Sie persönlich in Jona und am rechten Zürichsee Ufer?
Natürlich die Badi Risi (lächelt dabei) ist für mich der attraktivste Platz. Der ganze Zürisee und natürlich das Schloss Rapperswil.
Wie viele Gehminuten brauchen Sie von zu Hause bis zum nächsten für Sie zugänglichen Platz am Zürichsee?
8 Minuten
Wie nutzen Sie die spezielle Sport- und Infrastruktur in Männedorf und an der Goldküste?
Badeanstalten, Grill- oder Campierplätze, Fähre, Seedamm, Kursschiffe, Ruder- Schlauch- Motor- Segelboote, Wassersportarten etc.
Ich mache gerne eine Oberseerundfahrt mit dem Velo. Man braucht dafür ca. 2,5 Stunden, wenn man es gemütlich nimmt. Der Weg geht von Jona bis zum Flughafen Schänis um den Obersee, Richtung Rapperswil. Leider habe ich im Moment keine Zeit, da ich 7 Tage bis zu 15 Stunden am Tag arbeite, wenn das Wetter schön ist.
Gibt es spezielle Produkte dieser Region, die sie besonders gerne nutzen?
Ich trinke gerne den Stäfner Clevner (Rotwein) und den Zürichsee Riesling (Weisswein) beide stammen vom Rüthihof, Familie Hasler in Uerikon. Ich führe diese zwei Weine auch im Sortiment für meine Badegäste.![]()
Bezug auf Ihre Tätigkeit
Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?
Ich bin gelernter Koch und habe später im Hotelfach gearbeitet. Ich führe nun seit 1998 den kleinen Gastrobetrieb in der öffentlichen Badeanstalt Risi.
Welche sind die seltensten Kunden, die sie besuchen?
Ich habe einige Kunden aus verschiedenen Teilen in der Schweiz. Zum Beispiel aus dem Kanton Graubünden werde ich im Sommer regelmässig besucht. Aber der Löwenanteil besteht natürlich aus einer festen Stammkundschaft, und den täglichen Badegästen.
Wer ist der durchschnittliche Besucher von ihrer Badeanstalt und was konsumieren diese Leute bei Ihnen?
Meine Gäste stammen aus allen möglichen Schichten. Ich habe unter der Woche viele Chauffeure und Handwerker die Ihr Mittagessen bei mir einnehmen. Das sind im Durchschnitt 30 Mahlzeiten, die ich an diese Leute verkaufe. Am Wochenende ist Jung und Alt bei mir.
Gibt es eine Geschichte aus Ihrem Berufsleben, die Ihnen persönlich besonders am Herzen liegt?
Vor zirka drei Jahren, an einem Abend des Seenachtsfests in Rapperswil ist mal etwas seltsames geschehen. Da ist eine Frau mit dem Auto beim einparkieren etwas forsch gewesen. Sie hatte Ihren Mittelklassewagen über die Parkschwelle direkt in den See gefahren. Ich bin sofort zu ihr hingeeilt, habe die Wagentür aufgerissen und sie rausgezerrt. Damit Ihr Auto nicht weiter in den See rutschen konnte, habe ich den Wagen sogleich mit einem Spannset am Baum befestigt. Die Frau habe ich leider seit diesem „Unfall“ nie mehr gesehen.
Was sind die grossen Probleme bei der Badi Risi?
Regelmässig wird unsere Badi von Nachtschwärmern besucht, die leider oftmals Abfall wie Glasflaschen, Bierdosen, Zigarettenstummel herumliegen lassen.
Dieser Platz gehört dem Kanton und die Gemeinde Stäfa verwaltet ihn. Zu einem solch Grossen, öffentlich zugänglichen Ort am schönen Zürichsee sollte man mehr Sorge tragen. Ich finde es einfach schade, dass es Leute gibt, die nicht fähig sind, ihr Abfall entweder selber zu entsorgen, oder die installierten Abfalleimer zu benützen.
Es wäre auch schön, wenn die Polizei bei den parkierenden Gästen ein Auge mehr zudrücken würde und dafür etwas mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen könnte. Bringt im Endeffekt mehr für die Sicherheit und die Zufriedenheit von den Risi-Gästen, die sich am See ausruhen wollen.
Wie sind die Öffnungszeiten von Ihrem kleinen Restaurant und was gibt es bei Ihnen zum essen?
Wenn das Wetter schön ist, bin ich von Morgens 09:30 bis 21:30 Uhr am Arbeiten. Wenn das Wetter schlecht ist, bin ich von 11:00 bis 15:00 Uhr präsent. Ich habe auch bei schlechter Witterung meine Stammgäste, die ihr Mittagessen bei mir einnehmen.
Auf unserem Menüplan steht: Bratwurst, Servelat, Pommes-Frites, Hotdog, Zander, Poulet-Nuggets, Käse-Sandwich sowie verschiedene Snacks wie Pommes Chips etc.![]()
Bezug auf Ihre Persönlichkeit
Welcher ist ihr schönster Charakterfehler?
Wenn es stressig ist und eine Bestellung die andere jagt, antworte ich den jeweiligen Leuten kopfschüttelnd: „sowieso!!!“, das ist halt meine Mentalität in der heissen Küche.
Wer ist in Ihrem Leben nicht mehr wegzudenken?
Meine Frau und meine Tochter.
Auf wen hätte die getrost verzichten können?
Auf nichts in meinem Leben. Ich bin froh, dass ich mit der Gesundheit nicht mehr zu kämpfen habe, als ich schon muss.
Welche drei Erfindungen waren für Sie persönlich Bahnbrechend und nicht mehr weg zu denken, aus ihrem Leben?
Das Essen und das Trinken, das Gemütlichsein und das Handy, weil ich es täglich brauche.
Würden Sie uns nach dem Interview ihr Geheimrezept verraten?
Ich habe kein wirkliches Geheimrezept. Ich koche alles gerne, durch die ganze Palette.![]()
Herr Meyer, wir danken Ihnen herzlich für das Interview, möchten Sie uns noch etwas mitteilen?
Naja, eher meinen Kunden: Ich Freue mich über jedes neue Gesicht und das treue Besuchen meiner Gäste. Ich würde mich darüber freuen, wenn bei mir mehr Getränke konsumiert würden. Die Mentalität heute hat sich so entwickelt, dass die Leute mit ihren selbstgekauften Getränken vorbeischauen und noch etwas zum essen bestellen.
Und noch etwas an einige Autofahrer, die die Risi-Badi passieren: Jeder vernünftige Autofahrer soll eine vernünftige Geschwindigkeit einhalten und diese Strasse nicht als Rennstrecke missbrauchen.![]()