
Grundlagen zur Gewässerbeurteilung mit den Makroinvertebraten
Während die Zusammensetzung der Kieselalgen an einer Untersuchungsstelle stark durch die Wasserqualität geprägt wird, haben bei den Makroinvertebraten neben der Wasserqualität auch die Abflussverhältnisse sowie die Qualität des Lebensraumes eine stark formende Wirkung. Viele Organismen der tierischen Kleinlebewesen im Fliessgewässer sind aufgrund ihrer Lebensweise auf ein intaktes Lückensystem im naturbelassenen Sohlensubstrat angewiesen. Damit dieses nicht durch Ablagerungen von feinem Material verschlossen wird, sind periodisch hochwasserbedingte Umlagerungsprozesse erforderlich, welche eine reinigende Wirkung haben.
Insekten, welche nur ihr Larvenstadium im Wasser verbringen, als ausgewachsene Tiere aber flugfähig sind, benötigen am Gewässerrand und im Uferbereich Strukturen und eine Vegetation, welche die Verpuppung, den Paarungsflug und die Eiablage ermöglichen. Zu diesen Organismen gehören beispielsweise die Stein-, die Köcher- und die Eintagsfliegen aber auch die Libellen und die Zweiflügler.
Manche Vertreter der Makroinvertebraten weisen mehrere Generationen pro Jahr auf, während beispielsweise gewisse Steinfliegen mehrere Jahre als Larven im Wasser leben, bevor sie das Erwachsenenstadium erreichen. Dementsprechend sind für die Zusammensetzung der tierischen Kleinlebewesen an einer Untersuchungsstelle die Umweltbedingungen der letzten Monate bis Jahre ausschlaggebend.
Prinzip der Beurteilung
Die Beurteilung einer Untersuchungsstelle beruht vor allem auf der Präsenz oder Absenz der empfindlichen Stein- und Köcherfliegenlarven. Sind diese vorhanden, kann auf eine gute oder mindestens befriedigende ökologische Funktionsfähigkeit des Abschnittes geschlossen werden. Fehlen sie ganz oder teilweise müssen durch Einbezug der Erkenntnisse über die Wasserqualität, die Ökomorphologie und die Abflussverhältnisse die möglichen Ursachen eingegrenzt werden.
|
Quelle: BUWAL Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft