
An einem schönen Herbsttag hörten die Zwerge im Küsnachter Tobel, dass eine Gruppe von Feen, Wassernymphen und sogar der König der Zwerge zu ihnen auf Besuch kommen wolle. Nun gingen die Vorbereitungen los: bügeln, waschen, putzen, alles wurde blitzblank geputzt, aber ach, die Höhle sah trotz dem schön verteilten, farbenprächtigen Herbstlaub vielleicht doch nicht nobel genug aus.
Kristalle und Edelsteine wie andere Zwerge sie aus dem Berg holten, fehlten hier. Der hier vorkommende, gelbbraune, bröcklige Mergelstein eignete sich nicht einmal, um ein schönes Haus damit zu bauen.
Der hohe Besuch sollte ja erst in zwei Monaten kommen, bis dann würden die schön gefärbten Blätter alle braun und zerknittert sein. Betrübt sassen sie zusammen an ihrem Tisch und löffelten ihre Suppe. Plötzlich sprang die sonst immer ruhige Frau Zwergin auf und rief: Ich hab's, warum machen wir nicht ein Schloss aus Eis!
Kristallklares Wasser haben wir genug. In wenigen Wochen ist es so kalt, dass es gefrieren wird — wir bauen doch aus Eiszapfen einen Eispalast, wo die Feen, Wassernymphen und natürlich unser König Hof halten können.
Sobald es richtig kalt wurde, begannen sie eifrig zu bauen. Da sie nicht genau wussten, ob der König und sein Gefolge von oben, über den Hügelzug des Pfannenstils käme, oder über den See, bauten sie unten und oben die prächtigsten Schlösser aus Eis.
Im kalten Winter kannst Du, mit etwas Glück, einen solchen Eispalast oder eben ein Feenschloss finden, die Baumeister aber hat noch niemand gesehen.![]()