
Wasserspiegelbreitenvariabilität
Die Wasserspiegelbreitenvariabilität gibt Auskunft über die Vernetzung zwischen Wasser und Land. Eine ausgeprägte Breitenvariabilität geht meist einher mit einer grossen Strukturvielfalt der Sohle und einer stark variierenden Strömungsgeschwindigkeit. Zur Beurteilung wird die Situation bei niedrigem oder mittlerem Abfluss betrachtet und einer der Klassen ausgeprägt, eingeschränkt oder keine Breitenvariabilität zugeordnet.
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Verbauung der Sohle: Material und Verbauungsgrad
Sohlenverbauungen dienen der Stabilisierung der Gewässersohle. Eine flächenhafte Verbauung ist der schwerwiegendste Eingriff in die ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers. Der Austausch zwischen Fluss- und Grundwasser kann vollkommen unterbunden werden und der für viele Wassertiere lebenswichtige Raum im Lückensystem der Gewässersohle fehlt. Kleinflächige Verbauungen, wie zum Beispiel Holzbalken, stabilisieren die Gewässersohle auf einer grossen Fläche, was schnell zu einer Verstopfung des Lückensystems mit Feinmaterial (Kolmation) führt.
Bei den Erhebungen wird der prozentuale Anteil verbauter Fläche im Gewässerabschnitt geschätzt und das Material sowie die Art der Verbauung erfasst.
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Verbauung des Böschungsfusses: Material und Verbauungsgrad
Eine Verbauung des Böschungsfusses verhindert Seitenerosion. Aus biologischer Sicht haben Uferverbauungen in der Regel eine Verarmung des Lebensraumes zur Folge, da gewässertypische Strukturen wie Prallufer mit Unterkolkung oder Uferabbruchzonen fehlen. Zur Erhebung wird der prozentuale Anteil des verbauten Böschungsfussbereiches in einem Gewässerabschnitt abgeschätzt und das dominierende Material und seine Durchlässigkeit erfasst. Linke und rechte Seite werden einzeln betrachtet.
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Uferbereich: Breite und Beschaffenheit
Der direkt ans Gewässer angrenzende Bereich ist für die Gewässerökologie von grosser Bedeutung. Überflutungen bewirken einen intensiven Stoffaustausch zwischen Wasser und Boden. Ufergehölze reduzieren durch Beschattung die Sonneneinstrahlung, wodurch die Wassertemperatur und auch das Pflanzenwachstum im Gewässer vermindert wird. Zudem beeinflusst Falllaub den Stoffhaushalt des Gewässers.
Für die Erhebungen wird der Uferbereich als Raum zwischen Böschungsfuss und dem Beginn der "intensiven Landnutzung" (Siedlungsgebiet, Strassen, Wege, intensiv genutztes Agrarland, etc.) definiert. Es ist die Fläche, welche dem Gewässer im Ist-Zustand grundsätzlich zur Verfügung steht, unabhängig von seiner ökologischen Qualität. Auf jeder Seite werden die Gegebenheiten bis zu einer Breite von 15 m betrachtet. Bei Abschnitten mit variablem Uferbereich wird die mittlere Breite abgeschätzt. Aufgrund einer festgelegten Beziehung zu Sohlenbreite und Wasserspiegelbreitenvariabilität wird die Uferbereichsbreite als genügend oder ungenügend bewertet. Die Beschaffenheit des Uferbereiches wird je nach Vegetation als gewässergerecht, gewässerfremd oder künstlich charakterisiert. Linke und rechte Seite werden separat betrachtet.
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Quelle: BUWAL Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft