
Früher hatten die Frauen von Küsnacht noch keine Waschmaschinen. Es war eine riesengrosse Arbeit, die ganze Wäsche von Hand zu waschen, was man nur drei- bis viermal im Jahr tat. Die Frauen wuschen die Wäsche am See oder an den Dorfbrunnen. Nun sprach es sich herum, dass einige Frauen hinauf ins wilde Tobel gingen und hier die Wäsche rund um den grossen Stein herum auslegten. Danach legten sie sich geruhsam an den damals noch kaum bewaldeten Hang und genossen die friedliche Stille. Kaum waren sie eingeschlafen, kamen die Zwerge hinter dem Stein hervor, nahmen die Kleider, wuschen sie flink im Bach und legten sie zum Trocknen auf den sonnenwarmen Stein. Danach packten sie die Wäsche wieselflink zusammen, trugen sie in ihre Höhle und glätteten sie auch noch. Am Abend lag alles säuberlich zusammengelegt neben dem Wöschhüüsli - Stein. Viele Jahre ging das so.
Eine neugierige Frau wollte es genau wissen und grub neben dem Stein ein Loch. Seither hat man keinen Zwerg mehr dort gesehen. Aber der Name Wöschhüüsli - Stein blieb erhalten.
Der nach dem jung verstorbenen Küsnachter Geologen benannten Findling wurde früher, vermutlich seiner Form halber, Wöschhüüsli - Stei genannt. Er wird erstmals nach der grossen Überschwemmung von 1778 erwähnt. Vermutlich wurde er damals, oben an der Hangkante liegend, unterspült und rutschte ins Tobel hinunter.![]()